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Erklärungen von der Friedensdelegation, des Zentralen Generalstabes und dem Nationalen Sekretariat der FARC-EP

Kolumbien: 2018 wird das Jahr der tiefgreifenden Veränderungen und Siege sein

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"Überzeugt davon, dass das Friedensabkommen den schwierigen Weg des Aufbaus einer besseren Nation öffnet, in der Raum für uns alle ist, in der anders zu denken oder gegen das Verbrechen zu kämpfen kein Grund zum Sterben ist, werden wir die Hindernisse, die der Umsetzung von Reformen für den Frieden im Wege stehen, eins ums andere überwinden."

von Rodrigo Londoño Echeverry / Timo

Albert Berry, Kandidat für den Wirtschaftsnobelpreis, sagt in seinem kürzlich erschienenen Buch „Fortschritt und Misserfolg der kolumbianischen Landwirtschaft im 20. und 21. Jahrhundert“, dass die Großgrundbesitzer im Jahr 1936 „eine raffinierte Kampagne gegen die Regierung gestartet haben, die die Feindseligkeit der Elite gegenüber jeglichen staatlichen Eingriffen in Landangelegenheiten hervorhob und behauptete, die Regierung versuche, Privateigentum zu zerstören sowie vor der Gefahr einer Revolution warnte.“ Das Problem wurde zugunsten der Landbesitzer gelöst und Kolumbien verlor die Gelegenheit, den Weg der Inklusion, des Friedens und des Fortschritts zu gehen.

Stattdessen wurden die Bedingungen für die bewaffnete Konfrontation geschaffen. Das ländliche Kolumbien war bedeckt von Blut und Tod. Der große populäre Anführer Jorge Eliécer Gaitán wurde ermordet und mehr als 300.000 Menschen erlitten das gleiche Schicksal. Fast 20 Prozent der bäuerlichen Bevölkerung wurden vertrieben und verloren ihre Grundstücke, Höfe und andere Besitztümer. Wieder einmal besiegt und verbannt, verbreiteten sich die Bauern auf dem gesamten Staatsgebiet, besiedelten neue Ländereien und verschoben die landwirtschaftliche Grenze.

In Marquetalia, Riochiquito, El Pato, Guayabero und vielen anderen Regionen ließen sich diese Bauern nieder, um das Land zu bestellen: als einzige Hilfe haben sie ihre Erfahrung, die ständige Aufopferung, die Solidarität untereinander und die tiefe Überzeugung, dass vom Staat nur Repression und Ungerechtigkeit zu erwarten sind.

Sie konnten nicht so viel Getreide ernten wie erhofft, denn die (buchstäblichen) Brandstifterreden des konservativen Führers Álvaro Gómez Hurtado im Kongress und die neue US-Politik des „inneren Feindes“ lösten den nächsten Krieg gegen die Bauern aus. Der junge Álvaro sprach von „unabhängigen Republiken“, von befreiten Gebieten, vom Verlust der Souveränität des Staates, von all diesen Lügen gegen eine Handvoll vertriebener Bauern, die sich in die Berge zurückgezogen hatten. Der heldenhafte Widerstand von 48 Bauern brachte die große Guerilla der FARC-EP hervor, die sich über 50 Jahre lang im ganzen Land ausbreitete und die reaktionären Kräfte in Kolumbien in Schach hielt.

Ein halbes Jahrhundert nach Beginn der blutigen kriegerischen Konfrontation unterzeichneten die Regierung von Juan Manuel Santos und die Guerilla der FARC-EP mit der internationalen Gemeinschaft als Garant ein Friedensabkommen, das von der großen Mehrheit des kolumbianischen Volkes begrüßt und mit Freude aufgenommen wird.

Unter Waffengewalt haben wir in Kolumbien den Wert der Demokratie, der sozialen Gerechtigkeit und der Kosten der wirtschaftlichen Rückständigkeit erkannt. Wir lernten und veränderten uns. Sogar Álvaro Gómez Hurtado starb als ein anderer: ein Kritiker des Institutionalismus, Förderer politischer Vereinbarungen und überzeugt, dass „die Dinge anders sein können“. (1)

Leider gibt es Leute, die versuchen, den Lauf der Geschichte aufzuhalten und veraltete Positionen zu wiederholen, die das Land so viel kosteten. Der junge Rodrigo Lara ist heute der Álvaro Gómez des vergangenen Jahrhunderts, letzterer verteidigte zumindest die politische Klasse, der er angehörte, Lara verteidigt die Auftraggeber der Ermordung seines Vaters.

Rodrigo Lara Bonilla, der Vater, ist ein Held. Vielleicht der letzte Justizminister, der seinem Amt eine Ehre machte, deshalb wurde er getötet, er war nicht käuflich, zeigte Álvaro Uribe Vélez an, den Besitzer eines der Flugzeuge, die in Tranquilandia, dem größten Kokainlabor der Geschichte, gefunden wurden. Als uneigennütziger Mensch der er war, rief er als sehr junger Mann im selben Kongress, in dem sein Sohn sich den Sitzen des Friedens für die Opfer widersetzt: „Demokratie wird nicht durch Verletzung der Menschenrechte verteidigt“. Wir fürchten den Sohn nicht, denn wir haben im Vater die Inspiration, unermüdlich für das bessere Land zu kämpfen, das er erträumt hat.

Überzeugt davon, dass das Friedensabkommen den schwierigen Weg des Aufbaus einer besseren Nation öffnet, in der Raum für uns alle ist, in der anders zu denken oder gegen das Verbrechen zu kämpfen kein Grund zum Sterben ist, werden wir die Hindernisse, die der Umsetzung von Reformen für den Frieden im Wege stehen, eins ums andere beseitigen. Mit der Kraft des Bewusstseins von Millionen junger Menschen, die immer bereit sind, für ihre Zukunft zu kämpfen, mit der Erfahrung von weiteren Millionen Arbeitern, die wissen, wie man sie erreicht, mit dem Heldenmut von Millionen von Kleinbauern, die sich dem Krieg widersetzten, mit Akademikern und Intellektuellen, Dichtern, Schauspielern, mit den Besten der Streitkräfte und der Polizei im Dienste des Heimatlandes und nicht der korrupten und mafiösen Großgrundbesitzer.

Wir wissen, dass kein Land der Welt von heute auf morgen verändert worden ist. Sogar Gott brauchte sieben Tage um die Welt zu erschaffen, genau genommen „sieben Perioden“. Es können keinesfalls Sonnentage sein, denn diese wurden von Gott geschaffen, sagt die Legende, nur bis zum vierten Tag. Wir wissen also nicht genau, wie lange die Genesis gedauert hat, noch wie lange es gegen diesen Uribismus,Ordoñismus, Paramilitarismus, der das selbe, aber nicht gleich ist, gegen 526 Jahre Unterwerfung unter fremde Interessen und Kräfte braucht, aber es heißt, dass es zur Zeit der Schöpfung „Finsternis gab“.

Wir alle müssen es wieder tun, weil es so, wie es ist, nicht funktioniert. Und das braucht seine Zeit, wir müssen die Kreativität und die Organisierung der Gesellschaft auf allen Ebenen wecken. Es nutzen, dass heute in Kolumbien die Themen überall diskutiert werden, es gibt keine Ecke des Landes, in der nicht über die schwerwiegendsten Probleme der Gesellschaft diskutiert wird: Gesundheit, Arbeit, Wohnen, Korruption, Bildung, Kultur. Es gibt eine mehrheitliche Ablehnung der Kolumbianer gegenüber dem Kongress, den alten politischen Parteien, den Medien, dem Justizsystem und den Unternehmern. Das heißt, die Kolumbianer glauben weder an den Staat noch an seine Institutionen. Das ist die wirkliche Krise und gleichzeitig die große Chance für Veränderungen.

Die neue Partei Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes muss als revolutionäre Partei den historischen Moment der Umwälzungen in Kolumbien und der Welt klar sehen. Unser politisches Projekt ist das der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Forderungen der neuen kolumbianischen Nation, der sozialen Gerechtigkeit, der Gleichheit, der Chancen für alle, es ist die vollständige Freiheit für Schwarze, Weiße, Rosarote und Gestreifte.

Nie war die Zukunft der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes so sicher, denn wir haben nie aufgrund von irgendjemanden Gaben existiert, wir haben die Daseinsberechtigung Schulter an Schulter mit Millionen von Kolumbianern aufgebaut, das ist unsere Geschichte und unsere Gewissheit. Wir werden siegen!

(1) https://www.las2orillas.co/las-cosas-pueden-ser-de-otra-manera-alvaro-gomez-hurtado/

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