RSS Erklärungen FARC-EP

Erklärungen von der Friedensdelegation, des Zentralen Generalstabes und dem Nationalen Sekretariat der FARC-EP

Möge der Friede nicht zusammenbrechen

1
0
1
s2smodern
powered by social2s
„Wir gaben unser Ehrenwort, wir haben den Krieg beendet und wir haben die Waffen niedergelegt, wir sind eine politische Partei in völliger Legalität. Das Mindeste, was wir vom kolumbianischen Staat und seinen drei Machtbereichen erwarten können, ist, dass sie dem entsprechen, was unterzeichnet und bestätigt wurde.“

In einer kürzlichen Erklärung habe ich daran erinnert, dass ich mich am 23. September 2015 in der Stadt Havanna zum ersten Mal mit dem Präsidenten der Republik, Juan Manuel Santos, in Anwesenheit des Präsidenten der Republik Kuba, Raúl Castro Ruz, des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, Vertreter der Garantenländer und Begleiter des Friedensprozesses sowie anderer namhafter Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland getroffen habe.

Dieses entscheidende Treffen sollte Kolumbien und der Welt mitteilen, dass eine Einigung über Gerechtigkeit erzielt wurde, um einen stabilen und dauerhaften Frieden zu garantieren. Man betonte, dass es ein außergewöhnliches Beispiel für alle Nationen sei. Es war nicht mehr und nicht weniger als die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden, JEP, eingebettet in das, was man Integrales System der Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und Nichtwiederholung, SIVJRNR, nannte.

Wir fanden uns zu diesem Treffen mit der Begründung ein, dass das, was Kolumbien und der internationalen Gemeinschaft in der erwähnten Angelegenheit bekannt gemacht wurde, von den Parteien vereinbart worden war, indem sie die von den zivilisierten Nationen zu diesem Zweck akzeptierten Prinzipien annahmen, dem guten Glauben und Treue zur unausweichlichen Verpflichtung zur Erfüllung der Vereinbarung (pacta sunt servanda). Regeln sind golden, ohne die die Menschheit ihre Fähigkeit zu glauben verlieren würde und Frieden niemals erreicht werden würde.

Das Treffen in Havanna wurde vor solch illustren Persönlichkeiten abgehalten, um der an diesem Tag zwischen den ehemaligen Kriegsparteien unterzeichneten Verpflichtung größere Feierlichkeit und Umfang zu verleihen, um jenen volle Rechtssicherheit zu bieten, die aus den in der gleichen Vereinbarung genannten Gründen vor der JEP erscheinen müssten, einem autonomen, geltenden und abschließenden Gericht, mit dem weitestgehenden Ziel, im Hinblick auf die etablierten Normen eine restaurative Gerechtigkeit zu erreichen.

Darüber hinaus würde die JEP auf die Wahrheit hinweisen, die Opfer und ihre Rechte anerkennen und ihnen Wiedergutmachung anbieten. Alles ist in den Grundsätzen enthalten, die sich in den unterzeichneten und bestätigten Texten widerspiegeln:

„Der Staat hat die Autonomie, um Rechtsordnungen oder besondere Rechtssysteme zu schaffen, die sich aus den Bestimmungen der Charta der Vereinten Nationen über die Souveränität und freie Selbstbestimmung der Nationen sowie den Bestimmungen der Prinzipien des Völkerrechts einschließlich des humanitären Völkerrechts, des Internationalen Gesetzes für Menschenrechte und des internationalen Strafrechts ergeben.“

In keinem anderen Teil des oben genannten Textes wird darauf hingewiesen, dass die Souveränität und Selbstbestimmung des kolumbianischen Volkes durch die Meinungen und Launen von Drittstaaten oder durch die Laune eines örtlichen Gelegenheitsoffiziellen bedingt sein sollte. Riesige Blutflecken bedecken die Kontinente und die Weltmeere wegen unverantwortlichen Verhaltens, das nicht unbemerkt bleibt, sei es durch Staaten oder skrupellose Beamte aus verschiedenen Breitengraden. Die Geschichte registriert alles.

So wie den versuchten Missbrauch der Entscheidung der JEP am 17. dieses Monats unter Ausnutzung ihrer ausschließlichen Befugnisse, die nicht nur in den ordnungsgemäß gebilligten Abkommen von Havanna, sondern auch im Artikel 19 des Gesetzgebungsgesetzes Nr. 1 von 2017 enthalten sind, und in einem offiziellen Dokument des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen S/2017/272, das seinerseits in seinem Gegenstand die einseitige Erklärung des Staates gerichtlich hinterlegt, das oben erwähnte pacta sunt servanda-Prinzip zu bestätigen und daran festzuhalten.

Trotz der verschiedenen institutionellen Torpedierungen und was wir bisher als einen Angriff auf unseren guten Glauben sehen, haben wir uns entschieden vor der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden zu erscheinen, in der Hoffnung, dass Präsident Santos sein vor aller Welt getanes Wort einhält, und sich die Regeln, die die Rechtssicherheit für alle garantieren, sich nicht inmitten des Weges ändern. Es wäre eine Schande für ihn und die ganze Nation, wenn so etwas passieren würde.

Wir sind uns bewusst, dass alles getan wird, durch sichtbare und unsichtbare Kräfte von lokalen und nicht-lokalen Charakters, um die Arbeit mit Sorgfalt, Mut und Patriotismus des in der Stadt Havanna erreichten zu ruinieren.

Wir gaben unser Ehrenwort, wir haben den Krieg beendet und wir haben die Waffen niedergelegt, wir sind eine politische Partei in völliger Legalität. Das Mindeste, was wir vom kolumbianischen Staat und seinen drei Machtbereichen erwarten können, ist, dass sie dem entsprechen, was unterzeichnet und bestätigt wurde. Es wollen nicht die Götter von Kolumbien, dass das beste technische Werk des Vaterlandes, der riesige Damm des Friedens, unter dem Vorwand eines perversen, unpassenden und lügenhaften kriminellen Jongleurs zusammenbricht.

RODRIGO LONDOÑO ECHEVERRY

Präsident der Alternativen Revolutionären Kraft des Volkes
1
0
1
s2smodern