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Hier finden Sie die neuesten Nachrichten aus dem Friedensprozess direkt aus Havanna, Kuba. Dauerhaft aktualisiert.

Eine neue Partei für ein neues Land

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Es ist ein historischer Tag in der Geschichte Kolumbiens. Heute haben sich rund 1150 Personen im Zentrum von Bogotá getroffen, die als Delegierte in den nächsten Tagen das neue Programm, die Statuten, den zukünftigen Namen und die Abgeordneten der legalen politischen Partei der FARC-EP beschließen werden.
 
Es ist eine festliche Stimmung und ein Wiedersehen im Centro de Convenciones Gonzalo Jiménez de Quesada. Freundschaftliche Umarmungen werden gegeben, Fotos und Videos aufgenommen. Die Mehrheit der ehemaligen Guerillakämpferinnen und -kämpfer tragen T-Shirts mit der Aufschrift „Eine neue Partei für ein neues Land“. Im Hintergrund des Konferenzsaals wird die nationale und internationale Presse platziert, die am ersten Tag zahlreich erschienen ist.
 
Die Veranstaltung beginnt mit der Nationalhymne Kolumbiens und der eigenen Hymne der FARC-EP. Daran anschließend rufen einzelne Delegiertengruppen „Wir sind da“ und „Wir sind präsent in Bogotá“. Grußworte aus vielen Teilen der Welt werden verlesen, unter anderem aus den Botschaften Norwegens, Venezuelas und Chiles. Auch die kommunistischen Parteien aus Großbritannien, Argentinien und Costa Rica schickten Gratulationen, sowie verschiedene soziale Organisationen aus Bogotá. Eine Videobotschaft von Pablo Beltrán, Oberkommandierender der ELN, wird eingeblendet, in der er einen brüderlichen und solidarischen Gruß an den Kongress schickt. Er weist darauf hin, dass wenn auch aktuell auf getrennten Wegen, gemeinsam für den Frieden, das Volk und die Gemeinsamkeit der revolutionären Linken gekämpft wird.
 
Auch aus Deutschland gratulierte ein Abgeordneter der Partei Die Linke sowie eine kommunistische Gruppe von Kolumbianern aus Berlin. Nach der Verlesung der Grußbotschaften eröffnete Timoleón Jiménez, Oberkommandierender der FARC-EP, mit einer Erklärung den inhaltlichen Teil des Tages (Übersetzung hier), anschließend sprach in einem längeren brillanten Beitrag Iván Márquez. Beide Redner wiesen daraufhin, dass sich die FARC–EP nicht von ihren Grundsätzen verabschiedet und sich von dem Gedanken der Revolution löst, sondern weiterhin für die Schaffung eines demokratischen politischen Systems kämpft, welches Frieden mit sozialer Gerechtigkeit verbindet und indem die Menschenrechte respektiert werden.
 
Die wirtschaftliche Entwicklung soll so gefördert werden, damit letztlich eine Garantiefür das Wohlergehen aller Kolumbianer gesichert wird. Die Waffen sind niedergelegt, doch die FARC-EP führt den Kampf mit den Worten weiter. Auch wenn aktuell die politischen Verhältnisse nicht einfach sind, plädiert der Oberkommandierende in seiner Rede diese zu ändern. Dazu braucht es die Unterstützung der Massen, die die FARC-EP in Stadt und Land bewegen muss. Die neue legale Partei will dabei keine Dogmen und Sektierertum fördern, sondern einen Ort für viele Menschen schaffen: Vom Land und aus der Stadt, für Opfer des politischen Konflikts, Studierende, Frauen, Transgender, Indigene und Afrokolumbianer.
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