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Hier finden Sie die neuesten Nachrichten aus dem Friedensprozess direkt aus Havanna, Kuba. Dauerhaft aktualisiert.

Die neue Kraft der kolumbianischen Linken

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Beim Gründungskongress der neuen Partei „Alternative Revolutionäre Kraft des Volkes“ (Fuerza Alternativa Revolucionaria del Común) stimmten die Delegierten der Guerilla FARC-EP, der Milizen und der klandestinen Kommunistischen Partei (PC3) für die Beibehaltung des Namens FARC als revolutionäre Komponente ihrer Historie sowie der Zielsetzung, klar sozialistische und revolutionäre Elemente zu vertreten. Man wolle die Partei des einfachen Bürgers sein, des kolumbianischen Arbeiters, der Ausgeschlossen, Marginalisierten oder Misshandelten. Für sie soll die neue Partei die neue Kraft zur Entfaltung von Protest und Potenzial sein.
 
Die neue FARC als politische Partei nutzt dabei nicht ihre gewöhnliche kommunistische Sprache, um sich gegen den Kapitalismus zu positionieren, sondern sie entwickeln eine neue Sprache, die leichter an soziale Sektoren und der kolumbianischen Bevölkerung andocken soll. Eine der Prämissen der Partei ist, dass das vorherrschende Wirtschaftsmodell verarmt und das Leben und die tägliche Existenz der Kolumbianer prekärer macht. Es erzeugt eine moralische Wertekrise, die die Grundprinzipien der sozialen Organisation zerstört. Ein Fokus soll auf das Thema Korruption, Schutz von Minderheiten, Frauen und der Umwelt sowie den sozialen Dienstleitungen wie Bildung und Gesundheit gelegt werden. Kolumbien gilt als eines der sozial ungleichsten Länder in Lateinamerika.
 
Die Strategie besteht darin, zukünftig den sozialen Organisationen einen Raum in der Partei und ihren Delegierten anzubieten. Zu ihnen gab es bereits in den Jahren zuvor enge Kontakte und auch personelle Überschneidungen. Schon die Auswahl der Delegierten beim Kongress zeigte deutlich, welche politischen Kräfte aus dem Land für die neue Partei mobilisiert werden können. Mit Jugend-, Bauern-, Gewerkschafts-, Studierenden- oder Indigenenorganisationen war ein Spiegelbild Kolumbiens vertreten. Teile der neuen Führung der Partei trafen sich bereits am Samstagmorgen und definierten erste Arbeitsschritte und einen Grundrahmen der politischen Organisation. Eine kollektive Leitung der Partei soll künftig aus 111 Personen bestehen und somit den ehemaligen Zentralen Generalstab ersetzen, der sich aus 61 Mitgliedern zusammensetzte.
 
Mit der neuen Partei soll das Land, wie schon im Friedensprozess geschehen, weiter demokratisiert werden. Versöhnung ist ein immer wieder gefallenes Wort, die Übergangsregierung für die nationale Aussöhnung ein Paradigma des zukünftigen politischen Kampfes. Dabei kann die Partei auf eine politische Struktur von disziplinierten und politisch gebildeten Kader zurückgreifen. Sie hat Mitglieder und Aktivisten in vielen ländlichen Gebieten des Landes und auch in Universitäten und intellektuellen Sektoren. Es ist zu erwarten, dass nun auch andere Linke, die vorher aus Angst vor Repression mit einer Guerillaorganisation, ihre Sympathien oder ihre Mitgliedschaft offen zeigen.
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