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FARC grüßen Papst – Versöhnung zentrales Thema

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Die politische Partei FARC hat die Reise des Papstes begrüßt und mehrere Botschaften der Versöhnung an Papst Franziskus gesendet. Ihr zentrales Thema ist die Versöhnung in einem Land, in dem die Gräben trotz eines Friedensprozesses und der Bereitschaft der Guerilla, die Waffen abzugeben, tiefer denn je sind. So versuchten Hardliner der rechten Opposition wie Ex-Präsident Álvaro Uribe erneut ihre Kritik am Friedensprozess zu untermauern.
 
Zuletzt gab es in den kolumbianischen Medien nur ein bestimmendes Thema: der erste Besuch eines Papstes seit 31 Jahren in dem südamerikanischen Land. Und natürlich stand der Friedensprozess mit der FARC im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Immer wieder appellierte er an die Menschen Kolumbiens, den Kriegspfad zu verlassen und den Weg in eine friedliche Zukunft zu gehen.
 
Über fünf Jahrzehnte dauerte der Krieg in Kolumbien, mehr als vier Jahre wurde über den Friedensvertrag verhandelt und lange hatte Papst Franziskus die Reise in das südamerikanische Land versprochen. Somit war der Frieden und die Versöhnung das zentrale Thema seiner Reise. Die Begegnung mit Opfern des Konfliktes und ehemaligen Guerillakämpfern waren Höhepunkte seiner Reise. Die Aufarbeitung von Gewalt und Ungerechtigkeit sind Hauptaufgaben auf dem langen Weg zum Frieden, so der Papst.
 
Doch auch mit Kritik an der kolumbianischen Kirche sparte er nicht. Mit kritischem Auge sah er die Verwicklungen zwischen der Kirche und der mächtigen rechten Opposition. Dem Klerus wird eine besondere Nähe zur den Großgrundbesitzern und der Oligarchie zugesagt, die maßgeblich für die soziale Ungleichheit und damit auch für den sozialen und politischen Konflikt in Kolumbien verantwortlich ist. Auch im Friedensprozess war die Kirche kaum präsent.
 
Der politische Chef der FARC, Rodrigo Londoño (Timochenko) hat Papst Franziskus in einem Brief um Vergebung für das Leid gebeten, welches die Guerilla in den letzten Jahrzehnten verübte. „Ihre wiederholten Hinweise auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes bewegen mich dazu, Sie um Vergebung anzuflehen für jegliche Träne oder jeden Schmerz, den wir dem Volk Kolumbiens oder einem seiner Mitglieder verursacht haben“, schrieb er in einem Brief.
 
Er versicherte dem Papst, dass die FARC „jeglichem Ausdruck von Hass oder Gewalt“ abschwören wollten und den festen Vorsatz haben, ihrerseits all jenen zu verzeihen, die bisher ihre Feinde waren. Damit richtete er sich wiederholt an die rechte Opposition. „Wir empfinden die Reue, welche nötig ist, um unsere eigenen Fehler zu sehen und um allen Opfern unserer Handlungen um Vergebung zu bitten“, hieß es in dem Brief.
 
Dabei wurde klar, dass in den politischen Zielen der ehemaligen Guerilla und heutigen sozialistischen Partei FARC, sowie der befreiungstheologischen Rhetorik des Papstes, gleiche Absichten erkennbar sind: Gerechtigkeit für die Ausgeschlossenen und Verfolgten Kolumbiens sowie die Überwindung von Ungleichheit und Benachteiligungen. Der Papst äußerte, dass Gott die Ausbeutung armer Länder durch reiche ebenso ablehne wie die Verweigerung von Vielfalt oder die Missachtung der Menschenwürde durch Gewinnstreben.
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