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UN-Generalsekretär besucht FARC

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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Antonio Guterres, überprüfte bei einem Besuch in Kolumbien den Stand der Umsetzungen des Friedensabkommens und fuhr dazu am Sonntag in die Wiedereingliederungszone der FARC in Mesetas, in der Provinz Meta. Der Besuch in der Zone war wesentlicher Bestandteil der Visite des Generalsekretärs in Kolumbien, wo er zwei Tage war.

Ziel des Generalsekretärs der größten internationale Organisation mit seinem Besuch in dem territorialen Bereich der Ausbildungs- und Wiedereingliederungszone von Buena Vista in Mesetas, waren Gespräche mit kommunalen Führungspersonen und Mitgliedern der ehemaligen Guerilla FARC-EP. Anwesend war unter anderem auch der Leiter der Mission der Vereinten Nationen in Kolumbien, Jean Arnault.

Für seinen Teil sagte Guterres,
dass der Aufbau des Friedens in Kolumbien „nicht einfach ist“ und dass jeder weiß, „dass es Schwierigkeiten und Hindernisse gibt, aber für mich ist es klar, dass Regierung und FARC mit dem Aufbau des Friedens ihr volles Engagement geben.“ Und weiter Frieden ist die einzige Antwort, die die Probleme der Armut, die Probleme der Entwicklung und die Probleme der Gleichheit und Demokratie lösen kann“, so Guterres vor der lokalen Gemeinschaft und den Mitgliedern der FARC.
 
Kritik äußerte die FARC in einer Erklärung an den Generalsekretär. Für die neue Partei, gegründet aus der Guerilla, gibt es wesentliche Punkte, die einer befriedigenden Wiedereingliederung und Umsetzung des Friedensabkommens im Wege stehen. Hier zu zählt zum Beispiel die juristische und physische Sicherheit ihrer Mitglieder. So fehlt immer noch einer juristische und persönliche Anerkennung der ehemaligen Kämpfer, wie in Form von Personalausweisen.
 
Derzeit wächst die Unsicherheit, weil nach einem Jahr der Unterzeichnung des endgültigen Abkommens 2428 ehemalige Guerillakämpfer noch keine Akkreditierung haben, was sich auf den Erhalt des Personalausweises und später auf den Zugang zu wirtschaftlichen und sozialen Garantien auswirkt. Dies führt weiterhin zu einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit und zu möglichen Festnahmen durch staatliche Sicherheitskräfte.
 
Auch die Umsetzung der Vereinbarung über die physische Sicherheit für die ehemalige Guerilla und andere soziale Bewegungen ist nur ungenügend. Hierunter fällt unter anderem die Bekämpfung des Paramilitarismus. Besorgnis gibt es über die hohe Zahl an Toten, denn bisher wurden mehr als 140 soziale Führungspersonen und 47 Mitglieder der farianischen Gemeinschaft, also der ehemaligen Guerilla, ermordet (34 Kämpfer und 13 Familienmitglieder).
 
Als weitere Komponente in der fehlenden Wiedereingliederung gilt die sozioökonomische Sicherheit mit der Stärkung autonomer Praktiken für einesolidarische Wirtschaftsform. Für diese Praxis hat die FARC ECOMUN gegründet, ein Genossenschaftsmodell. Trotz der Schwierigkeiten, im Bereich der juristischen Anerkennung, konnten bisher 42 Genossenschaften in den 26 Wiedereingliederungszonen geschaffen werden.
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