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Hier finden Sie die neuesten Nachrichten aus dem Friedensprozess direkt aus Havanna, Kuba. Dauerhaft aktualisiert.

Wahlen in Kolumbien am 11. März

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Am Sonntag sind die Kolumbianer aufgerufen, zu den Wahlen zu gehen, um Senatoren und Repräsentanten für die Periode 2018-2022 zu wählen. Sie sind ein erster Test, für die Präsidentschaftswahlen, die in einer zweiten Runde am Mai folgen.

Wie in den Vereinbarungen von Havanna 2016 vereinbart, sind für die politische Partei Alternative revolutionäre Kraft des Volkes (FARC) 10 festgelegte Sitze im Kongress garantiert: fünf im Senat und fünf im Repräsentantenhaus. Unabhängig von den abgegebenen Stimmen der Wähler sind diese 10 Sitze für zwei Wahlzeiten garantiert. Trotzdem muss die FARC natürlich die Wähler überzeugen, zum einen, um als Partei eine neue Basis zu generieren und zum anderen um der Öffentlichkeit ihre Daseinsberechtigung im Kongress zu bestätigen.

Die FARC hat insgesamt 36 Kandidaten: 23 Senatoren und 13 Repräsentanten. Die Listen dieser Partei sind geschlossen, das heißt, man kann nicht direkt für einen Kandidaten stimmen, sondern nur für die Partei. Zukünftig werden wohl für den Senat, der vielleicht am sichtbarsten Vertretung in der Politik, Luciano Marín Arango (Iván Márquez) gefolgt von Jorge Torres Victoria (Pablo Catatumbo), Victoria Sandino, Julian Gallo Cubillos (Carlos Antonio Lozada) und Cricelda Lobo Silva (Sandra Ramírez), die Witwe des historischen Gründers und Oberkommandierenden der Guerilla, Manuel Marulanda, vertreten sein.

Wenn die FARC mehr als 3 Prozent Unterstützung durch die Wähler erhält, dann könne sogar mehr Sitze im Senat für die Partei rausspringen. Die Liste der Kandidaten für die Repräsentantenkammer wird durch Seusis Pausivas Hernandez ( Jesus Santrich), Carlos Alberto Carreño Marín, Jairo González Mora, Reinaldo Cala, Omar de Jesus Restrepo, Gustavo Arbelaez Cardona, Benedict de Jesus Gonzalez und Luis Alberto Albán geleitet (Marcos Calarcá). Sie werden jeweils in den Regionen gewählt. Präsidentschaftskandidat für die FARC ist Rodrigo Londoño (Timochenko), der sich derzeit von einer gestrigen Operation erholt.

Gustavo Petro, Ex-Guerillero des M-19, der vor fast drei Jahrzehnten in die Politik ging und bis vor kurzem Bürgermeister von Bogotá war, ist jedoch drei Monate vor den Präsidentschaftswahlen der aussichtsreichere Kandidat im linken Flügel. Hier wird Timochenko keine Chance haben, sondern nur symbolisch zur Präsidentschaft antreten. Petro schlägt vor, die Steuern für die Reichsten zu erhöhen, kostenlose Bildung anzubieten und das Wirtschaftsmodell zu einem Modell zu machen, welches weniger von Öl und Kohle, also dem Extraktivismus, abhängig ist.

Aus diesem Grund ist er bei den ärmeren Schichten beliebt und alles läuft auf einen Zweikampf zwischen ihm und dem Kandidaten der Rechten, Iván Duque, hinaus. Letztgenannter ist ein Verbündeter des ehemaligen Präsidenten und extremen Rechten Álvaro Uribe sowie ein starker Gegner des Friedensabkommens mit der FARC. Überhaupt ist das Land so polarisiert wie nie und der Wahlkampf war von Angriffen und Beschuldigungen geprägt. Nicht nur die linke FARC, die zwischendurch sogar ihren Wahlkampf aufgrund der Bedrohungen einstellte, sondern auch Petro wurde Ziel von Angriffen.

Am 11. März werden insgesamt 102 Senatoren und 166 Repräsentanten in die beiden Kammern gewählt. Der kolumbianische Kongress, der traditionell durch 268 Abgeordnete konstituiert wird, erhöht sich nach diesen Wahlen aufgrund der zusätzlichen Sitze der FARC auf 278 Mitglieder.  verlassen. Hinzugefügt werden nach den Präsidentschaftswahlen zwei Sitze, die des Präsidenten und seines Stellvertreters. Mehr als 36 Millionen Kolumbianer sind wahlberechtigt, an den Wahlen am Sonntag teilzuhaben. Zudem gibt es noch 720.200 Kolumbianer, die im Ausland leben und dort wahlberechtigt sind. Sie wählen an 1.175 Urnen in 69 Ländern der Welt.
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