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Hier finden Sie die neuesten Nachrichten aus dem Friedensprozess direkt aus Havanna, Kuba. Dauerhaft aktualisiert.

Inhaftierung von FARC-Vorstand und Genosse Jesús Santrich

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Am gestrigen 9. April, am Tag der Opfer des kolumbianischen Konfliktes, wurde der Genosse und das ranghohe FARC-Mitglied Jesús Santrich in Bogotá festgenommen. Heute fand eine Pressekonferenz der FARC mit Veröffentlichung eines Kommuniqués statt.
 
In einem Kommuniqué des Nationales Politischen Rates der FARC, dem höchsten Gremium der neuen Partei, wird erklärt, dass mit der Gefangennahme des Genossen Jesús Santrich der Friedensprozess am kritischsten Punkt angelangt ist und nun droht ein echter Misserfolg zu sein. Sie betrachten die Festnahme und die mögliche Auslieferung als einer der vielen offenkundigen Verstöße des Staates, die sich zuletzt insbesondere mit der Negierung und Nichteinhaltung der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden hervortaten.

Jesús Santrich wird Drogenhandel vorgeworfen, weshalb die Regierung der USA den Genossen auf die internationale Fahndungsliste setzte. Diese Festnahme dient dem Zweck, die politische Richtung der FARC-Partei zu kappen und die Friedenswünsche des kolumbianischen Volkes zu begraben, so die FARC im Kommuniqué. Sie beklagen die Unterordnung der kolumbianischen Justiz und die der Vereinigten Staaten und bemängeln die Respektierung des Vereinbarten. Dies zeige eindeutig, wie die US-Justiz zum Frieden und auch zum Fall Simón Trinidad steht, der seit vielen Jahren in den USA als ehemaliger FARC-Kämpfer inhaftiert ist.

Trotz der beunruhigenden Nachrichten zur Nichteinhaltung der Regierung gegenüber ihrem Friedensabkommen ruft die Direktive der FARC ihre Mitglieder in den Wiedereingliederungszonen auf, ruhig zu bleiben. Zuletzt gab es ein Treffen aller Wiedereingliederungszonen mit mehr als 140 Delegierten. „Wir laden alle ein, ruhig zu bleiben, die Provokation nicht zu akzeptieren und nicht zuzulassen, dass der farianischen Ehre und Würde weiterhin misshandelt wird. Es ist unbestreitbar, dass der aufgelöste Prozess gezwungen werden soll, die Fortsetzung der Gewalt zu rechtfertigen“, so die FARC.

Wegen der Nichteinhaltung von Regierung und Medien ruft die FARC zur Solidarität aller Sektoren der kolumbianischen Gesellschaft auf. Außerdem fordern sie ein Dringlichkeitstreffen mit dem Präsidenten Kolumbiens. Den Garantenländern Kuba und Norwegen und an die Zweite Mission der Vereinten Nationen, die Europäische Union und die gesamte internationale Gemeinschaft gerichtet, bittet die FARC um Unterstützung.

An Jesús Santrich wird im Kommuniqué alle Solidarität ausgesprochen. „Wir kennen seinen Willen aus Stahl. Unsere Unterstützung für den von ihm eingeleiteten Hungerstreik und seinem Aufruf, von den Gefangenen und Kriegsgefangenen begleitet zu werden, die sich immer noch in den Gefängnissen des Regimes befinden. Santrich kann nicht die Trophäe sein, die Trump bei seinem Besuch in Kolumbien erhalten soll.“

Wir haben erfüllt und wir werden weiterhin erfüllen!
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