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Morde an Aktivisten und FARC gehen weiter

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Die Morde an sozialen Aktivisten und Mitglieder der FARC in Kolumbien gehen ungebremst weiter. Zuletzt traf es das Mitglied der FARC und Teil der Schutzgruppe Yon Fabir Gómez Samboni in der Provinz Cauca im Westen Kolumbiens. Damit sind seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens im November 2016 72 Mitglieder der ehemaligen Guerilla und heutigen Partei der Rose, FARC, getötet worden.  Auch zu den Morden an Menschenrechtsverteidigern gibt es neue Zahlen. So wurden im ersten Halbjahr 2018 77 Menschenrechtsverteidiger ermordet sowie rund 400 erlitten eine Form der Aggression oder Bedrohung, so dass sie um ihr Leben fürchten müssen. Nicht darin enthalten sind die Zahl der ermordeten sozialen Aktivisten.


Weder die Waffenniederlegung durch die FARC, noch die Verhandlungen mit der ELN, noch die wieder gestiegene Kommunikation zwischen der Regierung von Santos und den NGOs, geschweige denn der Friedensnobelpreis, haben der Gewaltspiralen in Kolumbien somit ein Ende bereitet. Die Provinzen in Cauca (13 Fälle), Antioquia (12 Fälle) und Norte de Santander (10 Fälle) sind diejenigen, mit der höchsten Anzahl an getöteten Aktivisten und Menschenrechtsverteidigern. Es folgen die Provinzen Valle, Córdoba, Arauca, Chocó und Nariño. In den meisten Fällen sind es die sozialen Anführer der Gemeinschaften und Dörfer, die die Toten stellen, die sich für die verschiedenen Ethnien einsetzen, für Landrechte und für Frieden im Allgemeinen.

Unterschiedlicher ist die Zahl an den getöteten sozialen Aktivisten. Die Organisation CODHES spricht in der Zeit von Januar bis einschließlich August 2018 von 110 getöteten sozialen Aktivisten und Anführern. 40 dieser Morde waren gegen Anführer ethnischer Gruppen gerichtet: 23 waren Afro-Kolumbianer und 17 Indigene. Vierzig Prozent der ermordeten Anführer gehörten den kommunalen Dorfräten an, 30 Prozent arbeiteten für die Verteidigung ihres Territoriums und 11 Prozent standen im Zusammenhang mit Substitutionsprozessen für illegale Pflanzen, also den Drogenkulturen.

Zuletzt wurden in der Nacht zum Samstag, 22. September, Julián de Jesús Areiza Moreno, Neffe des Anführers der Ríos Vivos (Lebende Flüsse) Bewegung in Antioquia, Verteidiger der Menschenrechte und Aktivist der Gemeinde Briceño, ermordet. Sowohl die Gemeinde Briceño, als auch die ökologische Bewegung Ríos Vivos sind Ziel von Angriffen. Dazu kommt der Tod von Antonio Rangel Cáceres, Gemeindevorsteher des Dorfes San José, in La Macarena, Provinz Meta. Er wurde in der Nacht des Donnerstages, 20. September, von Unbekannten ermordet, die ihn auf dem Weg zu seinem Hof erschossen haben.

Trotz des Friedensprozesses mit der FARC und dem endgültigen Abkommen ist die politische Gewalt weiter angestiegen. Sowohl Santos als auch der neue Präsident Duque sind dem Erfüllen der vereinbarten Punkte des Friedensabkommens nur ungenügend nachgekommen. Dazu zählt nicht nur die politische, ökonomische und soziale Wiedereingliederung der FARC in das zivile Leben und die Unterstützung der ehemaligen Kämpferinnen und Kämpfer für produktive Projekte (Landwirtschaft, Dienstleistungen und Tourismus), sondern auch die Sicherheit ihrer Mitglieder und die der sozialen Bewegungen.

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