Wir   -   Kontakt    EnglishItalianoPortuguesEspañol

RSS Friendensprozess 

Hier finden Sie die neuesten Nachrichten aus dem Friedensprozess direkt aus Havanna, Kuba. Dauerhaft aktualisiert.

Thursday, 16 March 2017 00:00

Was kommt nach der Friedensgerichtsbarkeit?

Jairo Estrada, Mitglied von Voces de Paz (Stimmen des Friedens – eine Gruppe von 6 Sprechern des kolumbianischen Kongresses in Vertretung des Friedensabkommens), stellte fest, dass das, was nach der Zustimmung der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (Jurisdicción Especial para la Paz – JEP) kommt, der Gesetzgebungsakt der politischen Wiedereingliederung der FARC in das rechtliche politische Leben ist. Damit beginnt der Prozess, in dem „alle charakteristischen Bedingungen der FARC gegeben werden, damit es eine rechtliche politische Partei wird.“
Diese Bilder zeigen Momente der Begegnung, wo Ideen, Lachen, Tränen geteilt und Unterschiede für den Zweck der Fortschritte in der Versöhnung erkannt wurden.
Saturday, 25 February 2017 00:00

Gefangene der FARC-EP im Hungerstreik

Die politischen Gefangenen der FARC-EP im Hoch- und Mittelsicherheitsgefängnis San Isidrio in der Stadt Popayán haben einen Hungerstreik auf unbestimmte Zeit begonnen. In einer Erklärung fordern sie „fundamentale Lösungen“ für das Problem der Gesundheitsversorgung und ihre Freilassung im Rahmen des Friedensabkommens.
Die Unstimmigkeiten in der Frage der Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der FARC-EP und der Regierung nehmen zu. So verlangt die Guerilla eine Neuorientierung beim zeitlichen Rahmen der Niederlegung der Waffen. So fehle es immer noch an adäquaten Bedingungen für diesen Prozess. Obwohl die Regierung behauptet, dass die Bedingungen in den transitorischen ländlichen Normalisierungszonen und –punkten genügend sind, erklärte die FARC-EP in dem offenen Brief an den Repräsentanten der Vereinten Nationen, Jean Arnault, dass „wie allgemein bekannt ist, keine der 26 Bereiche und Punkte die Infrastruktur hat, um die Guerilleros unter normalen Bedingungen unterzubringen. Sie verbringen die Nacht in behelfsmäßigen Zelten und es ist nicht wahr, dass 80 Prozent der gemeinschaftlichen Bereiche abgeschlossen sind, wie durch das Außenministerium und das Amt des Hohen Kommissars für den Frieden angegeben werden.“
Am Sonntag, den 19. Februar, bekam die ländliche Normalisierungs- und Übergangszone La Elvira Besuch von Fußballern aus den Vereinen  América de Cali und Nacional de Medellín, die ein Freundschaftsspiel im Rahmen der Eröffnung der Sportanlage für den Frieden „Nicolas Fernandez“ durchführten.
In Bogotá fand am 13. und  14. Februar ein Symposium zur „Umfassenden Agrarreform“ statt, in der über die Herausforderungen für die Friedensförderung an der Fakultät für Krankenpflege an der Nationaluniversität diskutiert wurde. Ein wichtiger Punkt war das Thema der Frauen bei der Umsetzung des Friedensabkommens und bei der Agrarreform. Dazu debattierten unter anderem Carmenza Gómez, Präsidentin von ANZORC, Patricia Jaramillo, Professorin an der Nationaluniversität, Olga Lucía Marín, Guerillera der FARC-EP und Raquel Méndez, Repräsentantin für die Universidad Industrial de Santander, die als Moderatorin fungierte.
Die Umsetzung des Friedensabkommens ist in einer komplizierten Situation, so sagt es Enrique Santiago, Anwalt der FARC-EP in einem Interview mit dem Magazin Semana. Wegen des Mangels an Engagement durch den Staat und den Absichten politischer Akteure wie der des Staatsanwaltes Néstor Humberto Martínez, der das bereits Vereinbarte wieder ändern möchte, sieht Enrique Santiago den Friedensprozess akuten Gefahren ausgesetzt.
Einer der Sprecher und Mitglied des politischen Komitees des Südblocks der FARC-EP, beklagt den Mangel an Infrastruktur, Wasser und Strom in der transitorischen ländlichen Normalisierungszone (ZVTN) in Puerto Asís in der Provinz Putumayo. Es gibt auch Gefahr von Seuchen und vier Mitglieder der FARC-EP wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Das Beobachtungs- und Kontrollverfahrens hat erklärt, es gibt kein genaues Datum für die Ankunft von Infrastruktur, aufgrund von Verzögerungen bei Formalitäten und Verfahren in der Hauptstadt Bogotá.
Wie mehrere Kommandeure der FARC-EP in den letzten Tagen sagten, sind die Bedingungen in den transitorischen ländlichen Normalisierungszonen und transitorischen Normalisierungspunkten (ZVTN), in denen sich die FARC-EP sammelt, ihre Waffen niederlegt und sich auf das zivile Leben vorbereitet, mehr als schlecht. Während die Guerilla in großangelegten Operationen ihre Einheiten aus den Vorgruppierungspunkten in die ZVTN bewegt und sammelt, sind dort die Verpflichtungen der Regierung kaum oder gar nicht erfüllt worden. Einige Lager und Zonen sind quasi inexistent. Es gibt keine Unterkünfte, keine Infrastruktur wie Elektrizität und Wasser, keine medizinische Versorgung und auch keine Lebensmittelversorgung. Was also sollen Guerilleras und Guerilleros denken, wenn sie sich gemäß dem Friedensabkommen entwaffnen und in die Gesellschaft wiedereingliedern sollen, die Regierung aber kein Interesse zeigt?
Aktuell kommen aus allen Landesteilen Nachrichten, Bilder und Videos über die Bewegung von Guerillaeinheiten der FARC-EP in ihre jeweiligen transitorischen ländlichen Normalisierungszonen  und transitorischen Normalisierungspunkte. Damit hält die Guerilla ihrerseits ihre Verpflichtungen ein, sich bis zum morgigen Dienstag in den Zonen einzufinden. Es ist der letzte Marsch der Guerilla unter Waffen.