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Hier finden Sie eine Auswahl der neuesten Nachrichten aus verschiedenen Regionen in Kolumbien. Dauerhaft aktualisiert.

Massaker durch Sicherheitskräfte in Tumaco

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In der Provinz Nariño, gelegen im Süden Kolumbiens an der Grenze zu Ecuador und zum Pazifik, hat sich am 5. Oktober ein Massaker an Bauern ereignet, bei dem zu bisherigen Stand neun Bauern bei Protesten ermordet wurden. Auch wenn es derzeit unterschiedliche Angaben gibt, so ist bei lokalen sozialen Organisationen von einem Massaker der staatlichen Sicherheitskräfte die Rede, als Bauern gegen das gewaltsame Entfernen von illegalen Kulturpflanzen demonstrierten.
 
Das Bestreben der Regierung, illegale Kulturen wie Koka oder Mohn zu ersetzen und gewaltsam zu vernichten, führt immer wieder zu Konflikten in den armen Regionen des Landes. Während die lokale Bevölkerung oftmals keine Möglichkeiten hat, ihr Überleben adäquat zu sichern, verfolgt die Regierung mit ihren Sicherheitskräften eine radikale Strategie der Vernichtung dieser Kulturen und zerstört somit die Lebensgrundlage vieler Menschen. Im Friedensabkommen wurde festgelegt, dass die Regionen freiwillig auf den Anbau verzichten, ihnen aber staatliche Hilfe, soziale Investitionen und wirtschaftliche Unterstützung gegeben wird. Vieles ist bisher nicht erfolgt.
 
Die Ereignisse, die am Donnerstag in Puerto Rico in der Gemeinde Tumaco (Nariño) stattfanden, zeigen, dass die Kombination von erzwungenen Vernichtung und freiwilligen Substitutionsprogrammen nicht koordiniert durchgeführt wird. Besonders in jenen Region des Landes, die am stärksten von illegalen Pflanzungen betroffen sind wie Nariño, Cauca oder Guaviare, zeigen sich diese Konflikte. So haben aktuell Polizei, die mobile Aufstandsbekämpfung ESMAD und staatliche Armee eine Demonstration von rund 1000 Bauern in den Gemeinden Alto Mira und Frontera (Tumaco) angegriffen und neun Bauern getötet sowie 18 schwer verletzt.

Mehrere soziale Organisationen, darunter auch die FARC, solidarisierten sich mit den Opfern und der lokalen Bevölkerung und fordern nun dringend eine humanitäre Kommission, die sowohl die Situation vor Ort beruhigt, als auch in der Krise der Gemeinden von Alto Mira und Frontera vermittelt und die das Massaker aufklärt. Vom kolumbianischen Staat fordern sie die sofortige Einhaltung und Achtung der internationalen Menschenrechte. 
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