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Hier finden Sie eine Auswahl der neuesten Nachrichten aus verschiedenen Regionen in Kolumbien. Dauerhaft aktualisiert.

Kurzer Überblick über die linken Parteien in Kolumbien

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In Kolumbien wird gewählt. Neben dem zu vergebenen Amt des Präsidenten finden auch Wahlen zum Senat und Abgeordnetenhaus statt. Linke und progressive Parteien treten zur Wahl an, darunter das erste Mal die ehemalige Guerilla FARC. Wir geben einen kurzen Überblick, über die Parteien und Listen, die sich auch auf das Präsidentenamt bewerben.

Polo

Der demokratische Pol (Polo Democrático) entschied, Jorge Enrique Robledo, der vor vier Jahren am meisten gewählt wurde, als erste Person auf die Liste zu setzen. Sein Nichtantreten hätte die Stärke der Partei, die auf 460.000 Stimmen geschätzt wird, gefährdet. Robledo und Iván Cepeda sind die Namen, die am meisten bei den Wähler*innen ziehen. In der zurückliegenden Zeit haben Namen wie Jaime Dussán und Wilson Borja zu Stimmenzuwachsen geführt. Heute jedoch zeigt sich die größte Schwierigkeit in der Spaltung der Linken, mit dem Weggang von Lucho Garzón, Gustavo Petro und Clara Lopez sind zudem wichtige Persönlichkeiten gegangen. Hinzu kommt das generelle Schwächeln, auch im Zuge der Volksabstimmung für den Frieden im Jahr 2016.

Grüne Allianz

Die Grünen (Alianza Verde) werden ohne ihre zwei einflussreichsten Personen der letzten Jahre an den Start gehen: Claudia López und Antonio Navarro. Das Fehlen dieser Personen wird es schwermachen, dass die Grünen ihre Stärke halten. Trotzdem gibt es mit den beiden Kandidaten Sergio Fajardo und Antanas Mockus alte Grüne, die von der Bevölkerung in Zeiten des permanenten politischen Wechsels der Listen und Parteien und dem Misskredit der Politik im Allgemeinen geschätzt werden. Mit der Unterstützung von López und Navarro gibt es gute Chancen sich den großen Maschinerien der anderen Parteien zu stellen. Wahlbündnisse gibt es unter anderem im Süden, wo die FARC dazu aufruft, eine Kandidatin der Grünen (Yule Anzueta) zu wählen, weil sie nicht selbst an den Start gehen.

Menschliches Kolumbien (Petro)

Die vom ehemaligen Bürgermeister der Hauptstadt und Präsidentschaftskandidaten Gustavo Petro initiierte Liste „Colombia Humana“ hat eine gegenteilige Logik: Der bekannte Kandidat zieht die anderen. Die meisten Mitglieder der Liste sind unbekannt, mit Ausnahme des Chefs Gustavo Bolívar, der sein Ansehen in anderen Bereichen als der Politik, nämlich als Schriftsteller und Drehbuchautor gewonnen hat. Dieses Projekt wird interessant, weil für Kolumbien recht progressive Positionen in Bezug auf die Umwelt, den Schutz von Tieren, die Ablehnung des Bergbaus und den Ausdruck von Wut gegen traditionelle Politik und Korruption gefördert werden. Und es gibt Unterstützung von anderen Listen und sozialen Organisationen: der Mais, der ASI und der Unión Patriótica (UP). Es ist die einzige Liste mit der Möglichkeit, zum ersten Mal ohne die Unterstützung einer Partei in den Kongress einzutreten und durch Unterschriften registriert zu werden. Und genau das ist seine große Herausforderung.

FARC

Die ersten Wahlen der ehemaligen Guerilla und heutigen legalen Partei sind eine Bewährungsprobe. Die Kampagne hat deutlich gemacht, dass sie mit einer breiten Ablehnung konfrontiert ist und dass Teile der Rechten die Absicht haben, sie zu sabotieren. Die Alternative revolutionäre Kraft des Volkes, wie die FARC heißt, will sich trotzdem im linken Spektrum aufstellen und hat auch die Unterstützung von sozialen und politischen Organisationen. Es soll neuer Wind in die verkrustete Politik gebracht werden. Ein gutes Ergebnis ist wichtig, um längerfristig eine eigene Basis zu schaffen und den Friedensprozess zu konsolidieren. Auf der anderen Seite haben sie aufgrund der Vereinbarungen im Friedensvertrag je fünf Sitze in den beiden Kammern, unabhängig von ihrer Wahlstärke, sicher. Kandidat der FARC für das Präsidentenamt ist Rodrigo Londoño Echeverry alias Timochenko.
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